Vorbericht Rhein-Neckar Bandits Kaiserslautern Pikes

Die Kaiserslautern Pikes reisen am Samstag zum Spitzenspiel der American-Football-Regionalliga Mitte nach Mannheim. Gegner sind die Rhein-Neckar-Bandits, die am vergangenen Wochenende mit einem 25:6-Erfolg in Jena den zweiten Tabellenplatz erobert haben. Obwohl der Tabellenführer aus Lautern dagegen ein freies Wochenende hinter sich hat, plagen ihn massive Verletzungsprobleme. Mannheim hat nach dem Sieg in Jena definitiv Oberwasser“, schätzt Pikes-Cheftrainer Sven Gloss den Gegner ein.
Die Bandits waren als Underdog zum bisherigen Tabellenzweiten nach Thüringen gefahren. Der Druck war immens: Bei einer Niederlage hätten die Bandits entgegen den eigenen Ansprüchen den Kontakt zur Tabellenspitze verloren, und die Playoff-Träume wären wie in den vergangenen Jahren in weite Ferne gerückt. Doch mit dem überraschenden Sieg eroberte man den zweiten Tabellenplatz von Jena. So kommt es nun am Samstag um 16 Uhr in Mannheim zum Gipfeltreffen zwischen den Pikes und den Bandits.
Im Hinspiel hatten die Pikes ihr Gegenüber noch mit 34:0 vom Platz gefegt. Gloss erwartet aber alles andere als ein ähnlich deutliches Ergebnis: „Natürlich bin ich überzeugt, dass wir gewinnen können. Aber Mannheim wird es uns diesmal nicht so einfach machen.“ Nach der Niederlage in Lautern haben die Bandits eine starke Saison gespielt und bis dato alle Spiele für sich entschieden. Zudem hat Mannheim Verstärkung aus der eigenen Jugend bekommen. Mit Samuel Shannon haben die Bandits einen Jugend-Nationalspieler in ihren Reihen, der in den ersten beiden Spielen in der Regionalliga mit vier Touchdowns auf sich aufmerksam gemacht hat.

Fast noch größere Sorgen als der Gegner bereiten den Pikes allerdings die eigenen Personalprobleme. Seit Wochen nun fällt Ernesto Ramos aus, der für die Pikes alleine in den ersten drei Saisonspielen sagenhafte zwölf Touchdowns erzielt hatte. Auch im Spiel gegen Mannheim kann er seine Mannschaft nur von der Seitenlinie unterstützen. Gloss erklärt: „Ernesto laboriert an einer Knieverletzung, die er einfach nicht richtig loswird.“ Ramos wurde bisher hervorragend vom etatmäßigen Linebacker Philipp Rinaldo vertreten. Doch auch er muss am Samstag verletzt passen. Gloss setzt notgedrungen auf die zweite Garde: „Die Runningbacks von der Bank haben in den letzten Wochen schon viel Spielzeit bekommen und gezeigt, dass sie es auch können.“ Einen wesentlichen Anteil daran hat dabei die Offense-Line. „Sie spielt seit Wochen in Hochform und sorgt für die Lücken, die man für effektives Laufspiel benötigt“, lobt der Cheftrainer seine schweren Jungs.

Höhen und Tiefen hat der Passangriff der Pikes diese Saison schon erlebt. Während zu Beginn der Saison kaum etwas durch die Luft ging, kam Quarterback Denis Rohleder mit seinen Receivern zuletzt von Spiel zu Spiel besser in Form. Diesen Mannschaftsteil sieht Gloss in Mannheim wieder in der Pflicht und bringt es auf den Punkt: „Die Receiver müssen die Pässe fangen und damit den Laufangriff entlasten.“ Einen Lichtblick gibt es in dieser Hinsicht. Der lange verletzte Pascal Koch, bester Passfänger der Lauterer, gibt grünes Licht für einen Einsatz. Bei einem Sieg der Pikes hätte man zwei Siege Vorsprung vor dem zweiten Tabellenplatz. Bei noch drei ausstehenden Spielen wären den Hechten die Playoffs kaum noch zu nehmen. Gloss verliert sein Ziel allerdings nicht aus den Augen: „Wir wollen Meister werden. Und so werden wir in Mannheim auch auftreten.“ (orh)
Geschrieben von: Die Rheinpfalz (orh)